F.1
Industriearbeiter und Erwerbstätige nach Sektoren und Hauptbranchen
F.2a
Berufstätige nach Erwerbsklassen
F.2b
Berufstätige nach Erwerbsklassen
F.3
Berufstätige Schweizer nach Erwerbsklassen
F.4
Berufstätige Schweizerinnen nach Erwerbsklassen
F.5
Berufstätige Ausländer nach Erwerbsklassen
F.6
Berufstätige Ausländerinnen nach Erwerbsklassen
F.7a
Wohnbevölkerung nach Erwerbszugehörigkeit und Geschlecht
F.7b
Wohnbevölkerung nach Erwerbszugehörigkeit und Geschlecht
F.8a
Landwirtschaftliche Bevölkerung
F.8b
Landwirtschaftliche Bevölkerung
F.9
Erwerbstätige und Angehörige
F.10
Berufstätige nach Erwerbsklassen und Kantonen
F.11a
Erwerbstätige nach Erwerbsklassen und Geschlecht (Zürich)
F.11b
Ausländische Erwerbstätige nach Erwerbsklassen und Geschlecht (Zürich)
F.12
Erwerbstätige nach Erwerbsklassen, Geschlecht und Heimat (Zürich)
F.13
Betriebe und Beschäftigte nach Wirtschaftsklassen und Geschlecht
F.14
Arbeitsstätten und beschäftigte Personen nach Wirtschaftsklassen
F.15a
Ausländische Erwerbstätige nach Aufenthaltskategorien
F.15b
Ausländische Erwerbstätige nach Aufenthaltskategorien und Geschlecht
F.16a
Erwerbstätige Ausländer nach Wirtschaftsklassen
F.16b
Erwerbstätige Ausländerinnen nach Wirtschaftsklassen
F.17
Ausländische Erwerbstätige nach Wirtschaftsklassen
F.18
Stellensuchende nach Geschlecht
F.19
Stellensuchende nach Wirtschaftsklassen
F.20
Stellensuchende in Kantonen und Städten
F.21a
Öffentliche Arbeitslosenkassen: Mitgliederzahlen
F.21b
Andere Arbeitslosenkassen: Mitgliederzahlen
F.22
Stellensuchende und offene Stellen nach Kantonen
F.23
Zürich: Stellensuchende
F.24
Branchen des Zweiten Sektors: Arbeitszeiten und Arbeitszeitgesetze
F.25
Branchen des Zweiten Sektors und Verkehrswesen: Arbeitsstunden
F.26a
Arbeitszeit in den Fabriken
F.26b
Arbeitszeit der ArbeiterInnen nach Branchen
F.27a
Arbeitsstunden nach Sektoren
F.27b
Arbeitsstunden nach Sektoren
F.27c
Arbeitsstunden nach Sektoren

F

1800
1992

Beschäftigung

Einleitung

Erwerbstätige nach Branchen

Berufs- und Beschäftigungsstatistiken sind fester Bestandteil der eidgenössischen Volkszählungen seit 1860, und Daten zur Erwerbszugehörigkeit, d. h. zur Sozialstruktur der Beschäftigten und ihrer An- gehörigen, existieren seit der Zählung von 1888. Es ist jedoch unmöglich, auf Branchenebene homo- gene Langzeitreihen zu konstruieren, die von 1860 bis 1980 reichen. (Die Resultate der Volkszählung von 1990 waren noch nicht erhältlich, als dieses Kapitel abgeschlossen wurde). In Tat und Wahrheit unterscheidet sich jede einzelne Zählung in wesent- lichen Punkten von der jeweils vorhergehenden, was die Vergleichbarkeit zwischen den Zählungen enorm erschwert. Dazu kommt, dass die Qualität des Materials aus früheren Erhebungen sehr zu wünschen übrig lässt. Die Zählung von 1860 darf aus diesem Grund nur mit äusserster Vorsicht interpretiert werden, und bei derjenigen von 1870 sind zumindest starke Vorbehalte angebracht. Dies lässt sich nicht zuletzt dem einleitenden Kommentar zur Beschäftigungsstatistik von 1880 entnehmen, wo unter anderem darüber geklagt wird, dass man den Volkszählern von 1860 und 1870 zu viele Nebenaufgaben aufgebürdet hatte – 1860 war auch eine Zählung der Gewehre und 1870 eine solche der Betriebe angeordnet worden. Auch bei der Volkszählung von 1880 wurden «auf der Mehrheit der Bogen des ungeheuren Zählungsmaterials» gravierende Lücken und eine Fülle ungenauer Bezeichnungen festgestellt, so dass das Eidgenössische Departement des Innern im April 1881 den Entschluss fasste, «es seien die sämmtlichen Zählungsbogen, auf welchen sich solche Ungenauigkeiten und Lücken finden, durch Vermittlung der Kantonsregierungen den betreffenden Zählungsbeamten zur Vervollständigung zurückzusenden mit einer genauen Angabe des Fehlenden in jedem einzelnen Falle. Jedem Kanton wurde überdies eine Liste der zurückgesandten Bogen zugestellt, jedem Bogen eine Liste des auf demselben Fehlenden angeheftet; über alles zurückgesandte Material wurde genau Buch geführt; denn wenn nicht die drei Volkszählungsbände ungeschrieben bleiben sollten, so musste das Zählungsmaterial sicher wieder einlangen. Letzteres geschah auch wirklich; aber es waren lange nicht alle Lücken und Ungenauigkeiten beseitigt, zum Theil, weil die Zählungsbeamten über manche Personen den nöthigen Aufschluss nicht beibringen konnten.» (Statistische Lieferung Nr. 59: Volkszählung 1880, Bd. 3, S. III–XIV).
Klagen, die ihre Wirkung offenbar nicht verfehlt haben: Von der markanten Verbesserung der Qualität der Volkszählungsergebnisse zwischen 1880 und 1888 war auch die Beschäftigungsstatistik betroffen. Allerdings weisen auch die Erhebungen von 1888–1960 noch diverse Mängel auf. In der Einleitung zum dritten Volkszählungsband von 1888, der «die Unterscheidung der Bevölkerung nach dem Berufe» zum Gegenstand hat, wird dazu ausgeführt: «Die Darstellung der Berufsverhältnisse der Bevölkerung war bei den Fachmännern immer als der schwierigste und ihr Erzeugnis als der unvollkommenste Teil einer Volkszählung bekannt. Die von jeher bekannten Schwierigkeiten sind auch bei der hiesigen Arbeit zu Tage getreten und trotz aller darauf verwendeten Mühe nicht vollständig überwunden worden.

Diese Schwierigkeiten bestehen hauptsächlich darin, dass die Begriffe, um die es sich hier handelt, diejenigen von Beruf und Berufsthätigkeit im allgemeinen und vielfach auch diejenigen der einzelnen besonderen Berufe, nicht genau umschrieben und nicht scharf von ihrer Umgebung unterschieden werden können; dass diese Begriffe häufig von einem Grenzgebiete umgeben sind, zum Teil von einem recht grossen, dessen Zuteilung oder Nichtzuteilung zum fraglichen Begriffe als eine zweifelhafte erscheint. Daraus aber ergeben sich mit Notwendigkeit, schon für die Berufsangaben in den Zählpapieren und dann auch für deren statistische Zusammenstellung, Unsicherheiten und Ungleichheiten, welche die Vergleichbarkeit der gewonnenen Ergebnisse beeinträchtigen müssen oder selbst in Frage stellen können – und das nicht nur von Land zu Land, sondern selbst für die Zusammenstellungen des nämlichen Landes, wenn sie aus verschiedenen Zeiten, von verschiedenen Zählungen herstammen.»
Gleichwohl sah sich das Büro veranlasst, der Kritik einzelner Gemeindebehörden an der «Beschaffenheit und Brauchbarkeit der zu Stande gekommenen Angaben» energisch entgegenzutreten: «Die Erfahrungen, die das statistische Bureau bei der Zusammenstellung doch in eingehender Weise zu machen hatte, lassen die Berufsangaben der Zählpapiere ja keineswegs als vollkommene und fehlerfreie, aber im allgemeinen auch gar nicht als unbefriedigende bezeichnen; sie waren im allgemeinen besser und einer eingehenderen Bearbeitung fähig, als diejenigen irgend einer früheren Volkszählung. Was mit der diesmaligen Berufszählung bezweckt wurde und zum voraus erwartet werden durfte, das ist zum grossen Teile erreicht worden. Für die Zukunft wird es sich hauptsächlich darum handeln, dasselbe leichter, sicherer und so für alle daran Beteiligten müheloser zu gestalten.» (Statistische Lieferung Nr. 97: Volkszählung 1888, Bd. 3, S. 3*–11*).

Diesem differenzierten und ausgewogenen Urteil wird man sich auch heute noch ohne weiteres anschliessen können. Die im Schlusssatz des Zitates bekundete Absicht, zukünftige Erhebungen nicht bloss sicherer, sondern auch leichter zu gestalten, ignorierte freilich die Dynamik des Strukturwandels, dem das Erwerbsleben im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert unterworfen war. Die Systematik der Wirtschaftsklassen, die der Erhebung von 1888 zugrunde lag, ist denn auch bereits anlässlich der Zählung von 1900 wieder fallengelassen und durch eine komplexere Version ersetzt worden. Dasselbe wiederholte sich bei den Zählungen von 1910 und 1920.

Aus der Retrospektive des ausgehenden 20. Jahrhunderts erscheinen uns am ehesten untereinander vergleichbar die Zählungen von 1870 und 1880 und diejenigen von 1920 bis 1960. Die wichtigsten Zäsuren in den Erhebungsmodi orten wir mithin zwischen 1880 und 1888, zwischen 1888 und 1900, zwischen 1900 und 1910, zwischen 1910 und 1920, zwischen 1960 und 1970 und zwischen 1970 und 1980. Es kann hier nicht im Detail dargelegt werden, wo zwei aufeinanderfolgende Erhebungen entscheidend voneinander abweichen. (Man achte aber im Tabellenteil auf entsprechende Anmerkungen). Jedenfalls halten wir es trotz der von amtlicher Seite laufend vorgenommenen Abänderungen bei der Kategorienbildung für vertretbar, nach Branchen differenzierende Tabellen auszuweisen, die längere Zeiträume abdecken. Für einzelne Beschäftigungszweige, insbesondere für die Textilindustrie und ihre Subbranchen, können wir mit neueren Schätzungen aufwarten, die bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, wenn nicht sogar noch weiter zurück reichen. Mitunter weichen diese Schätzungen allerdings erheblich voneinander ab. Es ist dabei einerseits in Rechnung zu stellen, dass sich die Angaben Gruners nur auf einen Teil der erwerbstätigen Bevölkerung, nämlich die Industriearbeiterschaft, beziehen. Zweitens wird man davon ausgehen können, dass die Schätzungen Dudziks und Siegenthalers im allgemeinen besser abgestützt sind als diejenige von Kneschaurek. Drittens ist zu berücksichtigen, dass Ritzmann-Blickenstorfer für seine eigenen Schätzungen keine neuen Quellen verwertet hat, sondern bloss die Schätzungen von Gruner, Dudzik, Siegenthaler und Kneschaurek untereinander und mit den Ergebnissen der Volkszählungen von 1870 und 1880 verglichen hat. (Die letztgenannte Schätzung wurde vorgenommen, um die Branchenlohnindizes über die Jahre 1821–1890 gewichten zu können).

Eine erste gesamtschweizerische und nach Sektoren und Branchen gegliederte amtliche Erwerbsstatistik erstreckt sich über den Zeitraum 1870–1960. Die Werte für 1870 und 1880 basieren auf einer retrospektiven Tabelle, die wir der Volkszählung von 1900 entnommen haben (Statistische Lieferung Nr. 151). Der Vergleich mit den in der Volkszählung von 1888 gemachten Angaben erlaubte es uns, die spätere Kategoriensystematik auf die Jahre 1870 und 1880 zu übertragen. Auf eine zweite retrospektive Übersicht stiessen wir in einem Tabellenband der Volkszählung von 1960; dieser Statistik entstammen die Werte von 1888 bis und mit 1960. Wir zitieren aus dem Begleittext zu dieser Tabelle: «Im allgemeinen ist die zeitliche Entwicklung so weit zurückgeführt, als sich vergleichende Zahlen zusammenstellen liessen. Die Bildung vergleichbarer Teilmassen ist vor allem deshalb erschwert, als die Schemata für Erwerbszweige [...] von Zählung zu Zählung änderten, indem sich bisherige Erwerbs- oder Berufsarten auflösten und ihre Bestandteile verselbständigten oder mit anderen verschmolzen. In den rückblickenden Übersichten sind solche Erwerbs- oder Berufsarten im allgemeinen jenen Gruppen zugeordnet, welchen sie ihrem Schwergewicht nach zugehören. Die nicht restlos ausscheidbaren Teile weisen nur sehr kleine Bestände aus, der Aussagewert der Vergleichszahlen ist dadurch nicht geschmälert.» (Statistische Quellenwerke der Schweiz, Heft Nr. 385).
In diesem Sinne dürfen wohl auch die von uns vorgenommenen Kategorienumbildungen bei den Beschäftigungsstatistiken der Jahre 1870 und 1880 als unproblematisch bezeichnet werden.

An sich hätte es nun nahegelegen, auch die Entwicklung in den Kantonen durch Zusammenfügen der beiden erwähnten retrospektiven Tabellen abzubilden. Davon musste jedoch Abstand genommen werden, weil diese retrospektiven Übersichten auf Kantonsebene nur die drei Hauptsektoren und ein paar wenige Hauptbranchen umfassen. Insbesondere beim industriellen Sektor vermisst man eine Gliederung nach Einzelbranchen; vorhanden sind hier bloss Angaben über die erwerbstätige Bevölkerung im Bergbau, in «Industrie und Handwerk», in der Baubranche und im Energiewesen. Nun ist es aber in den meisten Kantonen im Zeitraum 1860–1960 bzw. 1888–1960 nicht nur zu der bekannten Verlagerung des Schwerpunktes der Erwerbstätigkeit vom Ersten in den Zweiten und Dritten Sektor gekommen, sondern es hat auch innerhalb des Zweiten Sektors ein höchst signifikanter Strukturwandel stattgefunden. Um diesen erfassen zu können, ist es unumgänglich, die Zahl der zu verschiedenen Zeitpunkten in den Hauptbranchen des industriellen Sektors – v. a. in der Textilindustrie und ihren Subbranchen sowie in der Metall- und Maschinenindustrie – beschäftigten Personen zu kennen. Aus diesem Grund haben wir den überaus zeitaufwendigen Versuch unternommen, gestützt auf die in den Volkszählungen von 1860 bis 1960 publizierten Angaben zur branchenweisen Erwerbsstruktur für jeden einzelnen Kanton die zahlenmässige Entwicklung der in den wichtigsten Branchen des Ersten, Zweiten und Dritten Sektors beschäftigten Personen zu rekonstruieren. Weil in den Zählungen von 1970 und 1980 hauptund teilzeitbeschäftigte Personen nur zusammen ausgewiesen sind, während sich die in den früheren Erhebungen gemachten Angaben ausschliesslich auf die Hauptbeschäftigung beziehen, haben wir darauf verzichtet, diese kantonale Branchenstatistik über den Zeitraum 1860–1960 hinaus zu verlängern. Auf gesamtschweizerischer Ebene konnte dagegen auf retrospektive Tabellen zurückgegriffen werden, die im Volkszählungsjahr 1980 ihren Ausgangspunkt haben.

Wir räumen ein, dass selbst diese detaillierten Darstellungen noch verfeinert werden könnten, und zwar in vier Richtungen: Erstens wäre es wünschenswert, wenn auf Kantonsebene für jede einzelne Branche jeweils die Quote der männlichen und weiblichen Erwerbstätigen angegeben wäre, zweitens würde man gerne auch über den Anteil schweizerischer und ausländischer Erwerbstätigen je Branche und Kanton Bescheid wissen, drittens könnte eine kantonsweise Statistik der Angehörigen der in den einzelnen Branchen erwerbstätigen Personen erstellt werden (wobei auch hier wieder eine Differenzierung nach Geschlecht und Heimat vorstellbar wäre) und viertens schliesslich hätte bei der Mehrzahl der Erhebungen im Prinzip die Möglichkeit bestanden, die Zahl der Erwerbstätigen und Angehörigen für die wichtigeren Branchen auch bezirksweise und nach Städten auszuweisen. Auch die seit 1905 in unregelmässigen Abständen durchgeführten Betriebszählungen, die in diesem Kapitel eine eher stiefmütterliche Behandlung erfahren, enthalten teilweise ein Zahlenmaterial, das eine diesbezügliche Auswertung zulassen würde.
All diese Arbeiten harren indessen nach wie vor ihrer Ausführung. In wissenschaftlicher Münze würde ihr Lohn darin bestehen, dass einzelne Stationen, welche die schweizerische Bevölkerung auf ihrem Weg in die moderne Dienstleistungsgesellschaft passiert hat, sehr viel präziser erfasst und umschrieben werden könnten, als dies bislang der Fall gewesen ist.

Erwerbstätige Ausländer

Die Entwicklung der erwerbstätigen ausländischen Bevölkerung hat etwa seit Mitte der 1950er Jahre wachsende statistische Signifikanz erlangt und damit auch zunehmend die Aufmerksamkeit der Statistiker auf sich gezogen. Anhand von zwei sich ergänzenden Quellen, dem vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit veröffentlichten «Handbuch der schweizerischen Sozialstatistik 1932–1971» und der vom Schweizerischen Volkswirtschaftsdepartement herausgegebenen Zeitschrift «Die Volkswirtschaft», haben wir versucht, wichtige strukturelle Veränderungen, die sich bei dieser demographischen Grösse zwischen 1955 und 1991 beobachten lassen, in Form von Langzeitreihen abzubilden. Dies konnte dadurch erreicht werden, dass einzelne Merkmale des Gesamtbestandes im Erwerbsleben stehender Ausländer – Aufenthaltskategorien, Geschlecht, Nationalität und branchenmässige Zuordnung – miteinander kombiniert wurden. Wir weisen diese Zahlen teils jährlich, teils für ausgewählte Jahre aus.

Arbeitslosigkeit

Die monatliche Zahl der Vollzeitstellensuchenden und deren branchenmässige Zusammensetzung lässt sich anhand der im Statistischen Jahrbuch der Schweiz veröffentlichten Zahlen bis 1917 bzw. 1920 zurück rekonstruieren. Kantonsweise setzt diese Statistik Ende der 1920er Jahre ein; Angaben über die Ganzarbeitslosen enthält sie allerdings erst seit 1938. Wir haben sie gleichsam in drei Teile geteilt, von denen wir im Tabellenteil bloss den ersten, der die Grosse Depression der 1930er Jahre abdeckt, und den letzten, der den zwanzigjährigen Zeitraum 1973–1992 umfasst, ausweisen. Für die Periode 1931–1938 informieren unsere Tabellen über die monatliche Zahl der bei den Arbeitsämtern der Kantone und einiger grösserer Städte angemeldeten Stellensuchenden, für die Jahre 1973–1992 auf Kantonsebene über die jährliche Zahl der Stellensuchenden, der Ganzarbeitslosen, der Teilarbeitslosen und der offenen Stellen. Die Entwicklung der kantonalen Arbeitsmärkte bzw. die Krisenanfälligkeit bestimmter Branchen und der Verlauf der Gesamtarbeitslosigkeit während der Grossen Depression lassen sich noch etwas präziser fassen, wenn man die Daten beizieht, die in diesem dramatischen Zeitabschnitt von den grösseren Arbeitslosenkassen erhoben worden sind. Es handelt sich hierbei um Monatsstatistiken, die über den Bestand der Kassenmitglieder und das Ausmass, in dem eine bestimmte Kasse durch die Ganz- und Teilarbeitslosigkeit ihrer Mitglieder belastet wurde, orientieren, wobei jeweils streng zwischen öffentlichen, privaten einseitigen und privaten paritätischen Kassen unterschieden worden ist. Wir haben diese Kategorien übernommen und das 1931 in den «Wirtschaftlichen und Sozialstatistischen Mitteilungen» und ab 1932 in der «Volkswirtschaft» abgedruckte Zahlenmaterial in einer Weise ausgewertet, dass für den Zeitraum 1931/32–1938 zwei mit Monatswerten besetzte Gesamtindizes gebildet werden konnten, von denen der eine über die Entwicklung des Mitgliederbestandes der öffentlichen und der privaten Arbeitslosenkassen und der andere über den Anteil der ganz- und teil- arbeitslosen Mitglieder dieser Kassen unterrichtet.

Arbeitszeit

Mit der wöchentlich geleisteten Arbeitszeit in der Industrie hat sich bereits die Fabrikenquete von 1895 befasst. Jährliche Durchschnittswerte werden aber erst seit 1942 vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit publiziert. Bis 1968 basieren diese Werte auf den Angaben der Fabriken über die bezahlte wöchentliche Arbeitszeit; in den Jahren 1973–1983 liegen ihnen die Angaben über die (individuellen) Arbeitszeiten verunfallter und bei der Schweizerischen Unfallversicherung (SUVA) versicherter Arbeitnehmer zugrunde. Seit 1984 gibt die revidierte Beschäftigungsstatistik die jeweils betriebsübliche Arbeitszeit an.

Neben den von den statistischen Ämtern veröffentlichten Zahlen verfügen wir aber auch noch über die im Rahmen des Nationalfondsprojekts «Reallöhne schweizerischer Industriearbeiter von 1890 bis 1921» durchgeführten retrospektiven Erhebungen. Die Mitarbeiter dieses Projekts haben nicht nur die gedruckt vorliegenden Fabrikstatistiken und Berichte der eidgenössischen Fabrikinspektoren analysiert, sondern auch eine Reihe von Verzeichnissen, zeitgenössischen Berichten und wissenschaftlichen Arbeiten zu Gewerkschaften und Arbeitsverhältnissen ausgewertet. Detaillierte Angaben zur branchenspezifischen Arbeitszeit in den Stichjahren 1895, 1901 und 1911 fanden sich in einem von Erich Gruner und Hans-Rudolf Wiedmer verfassten Standardwerk.

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