L.1a
Einfuhrmengen nach Warenarten
L.2
Ausfuhrmengen
L.3
Bilanz des Aussenhandels
L.4
Einfuhrmengen
L.5a
Ausfuhrmengen
L.6
Einfuhrüberschuss
L.7
Einfuhrwerte
L.8
Ausfuhrwerte
L.9
Einfuhrüberschuss
L.10a
Einfuhrmengen nach Branchen
L.10b
Einfuhrwerte nach Branchen
L.11a
Ausfuhrmengen nach Branchen
L.11b
Ausfuhrwerte nach Branchen
L.12a
Einfuhrmengen nach Waren
L.12b
Einfuhrwerte nach Waren
L.13
Ausfuhrwertenach Waren
L.14
Ausfuhr der Maschinenindustrie
L.15
Einfuhr nach Warenart
L.16a
Ein- und Ausfuhr nach Warenart
L.17
Aussenhandel nach Ursprungs- und Verbrauchsländern
L.18
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern: Europa
L.19
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern: Amerika
L.20
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern: Afrika
L.21
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern: Asien
L.22
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländer: Europa
L.23
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern: Amerika
L.24
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern: Afrika
L.25
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern: Asien
L.26
Ein- und Ausfuhrwerte: Ozeanien
L.27a
Einfuhrüberschuss nach Herkunft
L.27b
Importüberschuss nach Kontinenten und Ländern
L.28a
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern
L.28b
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern
L.29a
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern
L.29b
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern
L.30a
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern
L.30b
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern
L.31a
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern
L.31b
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern
L.32a
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern
L.32b
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern
L.33a
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern
L.33b
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern
L.34a
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern
L.34b
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern
L.35a
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern
L.35b
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern
L.36a
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern
L.36b
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern
L.37a
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern
L.37b
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern
L.38a
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern
L.38b
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern
L.39a
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern
L.39b
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern
L.40a
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern
L.40b
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern
L.41a
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern
L.41b
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern
L.42a
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern
L.42b
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern
L.43a
Einfuhrwerte nach Ursprungsländern
L.43b
Ausfuhrwerte nach Verbrauchsländern
L.50
Aussenhandel: Mengenindizes
L.51
Wertmässige Uhrenexporte
L.52
Mengenimport von Getreide
L.53
Ausfuhr wichtiger Waren in die Vereinigten Staaten
L.54
Ein- und Ausfuhrwerte im Zeitraum

L

1840
1992

Aussenhandel

Der Weg zu einer sowohl umfassenden als auch nach einheitlichen Kriterien gestalteten Statistik des schweizerischen Aussenhandels war lang und hürdenreich. Wer sich über die Stationen und Aspekte dieses bis heute andauernden Entwicklungsprozesses genauer informieren möchte, den verweisen wir auf die beiden in der Zeitschrift für schweizerische Statistik und Volkswirtschaft abgedruckten Aufsätze von Hermann Bodenmann und den längeren Beitrag von Alfred Bosshardt und Alfred Nydegger in der Jubiläumsausgabe der gleichen Zeitschrift. Über die konzeptuellen, organisatorischen und rechtlichen Veränderungen, die sich im Lauf der letzten 100 Jahre bei der Aussenhandelsstatistik ergeben haben, über die Herkunft der Primärdaten und über die heutigen Sachgebiete der Aussenhandelsstatistik orientiert knapp, übersichtlich und zuverlässig das dritte Kapitel der 1990 von Peter Bohley und Armin Jans herausgegebenen Einführung in die Wirtschafts- und Sozialstatistik der Schweiz. Eine historisch-statistische Monographie des schweizerischen Aussenhandels steht leider noch aus, obschon die Bedeutung des Aussenhandels für das Wachstum der schweizerischen Wirtschaft im 19. und 20. Jahrhundert noch keineswegs hinreichend geklärt ist.

Warenstatistik für die Jahre 1851–1913

Erste Aufzeichnungen über die Ergebnisse der Zollabfertigungen datieren bereits aus den 1840er und frühen 1850er Jahren. Die Historikerin Béatrice Veyrassat hat diese wenig bekannten Statistiken vor kurzem einer kritischen Würdigung unterzogen. Da Veyrassats Tabellen leicht greifbar sind, erscheint es uns überflüssig, sie im Tabellenteil dieses Kapitels noch einmal abzudrucken.
Für den Zeitraum 1851–1884 sind wir im Besitz von jährlichen Aufzeichnungen über die Mengen der ein- bzw. ausgeführten Waren. Beim Viehhandel und bei den Uhrenexporten wurde allerdings nicht das Mengengewicht, sondern die Stückzahl festgehalten, und beim Holzhandel wurde gar statt der Mengen- eine Wertstatistik geführt. Gravierender nimmt sich im historischen Rückblick aus, dass versäumt wurde, bei der Erfassung der gehandelten Warenmengen das Gewicht des Verpackungsmaterials (Tara) in Abzug zu bringen. Pier Mattia Ferrari und Michael Bernegger haben für einen Teil der in der Aussenhandelsstatistik ausgewiesenen Waren ex post das Nettogewicht berechnet, indem sie für den gesamten Zeitraum einen gleichbleibenden Tarasatz unterstellten, der freilich je nach Ware beträchtlich variiert und in einigen Fällen offenbar auch mit Null gleichgesetzt werden konnte. Auch Jutta Schwarz ist bei ihrem Versuch, den schweizerischen Metallverkehr mit dem Ausland zu rekonstruieren, nicht umhin gekommen, die Angaben in den von ihr konsultierten Quellen für die Jahre 1850–1884 mit denjenigen der Aussenhandelsstatistik im Zeitraum 1885–1914 kompatibel zu machen. Langzeitreihen zum Aussenhandel mit Molkereiprodukten sind für 1851–1913 bei Hans Brugger und Thomas Steiger ausgewiesen. Beim Viehhandel schliesslich erübrigt sich eine Bearbeitung der Angaben in der Aussenhandelsstatistik, weil die Zollbehörden nach 1884 damit fortfuhren, statt des Mengengewichts der Tiere deren Stückzahl zu vermerken. Wir sehen uns daher in der Lage, für eine grössere Zahl von Produkten eine Mengenstatistik präsentieren zu können, die von 1851 bis 1959 reicht.

Warenstatistik für die Jahre 1892–1959

Die Verordnung vom 10. Oktober 1884 betreffend die «Statistik des Warenverkehrs der Schweiz mit den Auslande» induzierte eine sprunghafte Verbesserung der schweizerischen Aussenhandelsstatistik, weil von nun an bei den Grenzübergängen Menge und Wert der ein- bzw. ausgeführten Produkte aufgezeichnet und bei den Mengenangaben durchgängig die Nettogewichte registriert werden mussten. Dennoch ist nicht zu bestreiten, dass der schweizerischen Aussenhandelsstatistik auch noch in der zweiten Hälfte der 1880er Jahre und zu Beginn der 1890er Jahre diverse Mängel anhaften. Im ersten Erhebungsjahr des neuen Zeitabschnitts, 1885, scheinen den Zollbehörden bei der Ermittlung der mit dem Ausland gehandelten Güter einige krasse Fehler unterlaufen zu sein. Gemessen an der Qualität der Erhebungen in diesem «Probejahr» (Bodenmann 1935) konnte der Handelsverkehr der Jahre 1886–1891 sehr viel genauer erfasst werden. Indessen gilt es zu beachten, dass die Deklaration der Erzeuger- und Verbraucherländer erst im Jahr 1892 von seiten der Behörden zum Obligatorium erklärt wurde. Jetzt erst konnte also überprüft werden, inwieweit die Länder, aus denen Waren in die Schweiz eingeführt bzw. in die schweizerische Waren ausgeführt wurden, mit den eigentlichen Erzeuger- und Verbraucherländern identisch waren. Als die Zollbehörden die Aussenhandelsstatistik der Vorjahre auf diesen Punkt hin untersuchten, stellten sie fest, dass man 1890 und 1891 speziell Frankreich und Belgien zu hohe Handelszahlen zugewiesen hatte, während der Handelsverkehr mit England und den überseeischen Ländern zu gering veranschlagt worden war (vgl. die einleitenden Worte in der Beilage zum Jahresbericht von 1901). Dieser Umstand hat uns dazu bewogen, die Waren- und die Länderstatistik erst mit dem Jahr 1892 einsetzen zu lassen. Wir tragen damit dem dezidierten Urteil Bodenmanns Rechnung, wonach 1891 «eine erste Periode der schweizerischen Handelsstatistik ihren Abschluss gefunden» habe.
Im Jahr 1906 wurden an der schweizerischen Aussenhandelsstatistik erneut verschiedene Änderungen vorgenommen. Zum einen wurde das Warenverzeichnis, das bereits 1892 einer Totalrevision unterzogen worden war, stark abgeändert und vergrössert, zum anderen erfuhr auch das Länderverzeichnis eine Erweiterung um mehrere Positionen. Wir sind jedoch der Ansicht, dass die Vergleichbarkeit zwischen den Werten der Vorperiode und jenen der nachfolgenden Jahre durch diese Neuerungen nur unwesentlich beeinträchtigt wird.

Warenstatistik für die Jahre 1960–1987/92

Gleichwohl lässt sich weder die Waren- noch die Länderstatistik in einer einzigen, von 1892 bis zur Gegenwart reichenden Tabelle zusammenfassen. Bei der Warenstatistik gilt es strikte zu unterscheiden zwischen den Zeitabschnitten 1892–1959 und 1960–1987. Die Jahreswende 1959/60 ist deswegen zu einer Jahrhundertzäsur geworden, weil der revidierte Zolltarif, dem der Handelsverkehr von und nach der Schweiz am 1. Januar 1960 unterstellt wurde, auch die Übernahme der neuen Nomenklatur für die Warenklassifizierung implizierte. Es bedeutet dies, dass sich die meisten der in den Jahresberichten der Zollverwaltung ausgewiesenen Waren und Warengruppen im Zeitraum 1960–1987 nicht mehr aus denselben Einzelpositionen zusammensetzen wie in den vorangegangenen Jahrzehnten. Ebensowenig lassen sich die Angaben der Handelsstatistik zum Warenverkehr in den Perioden 1960–1987 und 1988–1992 miteinander vergleichen. Seit dem 1. Januar 1988 ist die Schweiz nämlich an das «Internationale Übereinkommen über das Harmonisierte System zur Bezeichnung und Codierung der Waren» gebunden, das auf eine Vereinfachung der Formalitäten im Warenverkehr abzielt. Da dieses neue Klassifizierungsschema zum Zeitpunkt der Abschlussarbeiten an der vorliegenden Publikation erst acht Jahre alt war, haben wir uns entschlossen, unsere Tabellen über die Ein- bzw. Ausfuhr wichtiger Waren mit dem Jahr 1987 abzuschliessen. Während wir für den Zeitraum 1892–1959 dank der detaillierten Übersichten der Eidgenössischen Zollverwaltung sowohl die Werte als auch die Mengen der mit dem Ausland gehandelten Waren ausweisen können, blieb dem Versuch, den mengenmässigen Warenhandel auch für die 1960er, 70er und 80er Jahren umfassend zu rekonstruieren, der Erfolg versagt, weil die zusammenfassenden Jahresberichte der Aussenhandelsstatistik ab 1960 zwar nach wie vor bei sämtlichen Importwaren, aber bloss noch bei einem Teil der Exportwaren Angaben über das mengenmässige Gewicht enthalten. Wir haben aus diesem Grund davon Abstand genommen, die Exportmengenstatistik über das Jahr 1959 hinaus zu verlängern. Einzig bei der Maschinenindustrie erschien es uns angebracht, in einer separaten Tabelle darzustellen, wie sich die mengenmässige Ausfuhr zwischen 1960 und 1987 entwickelt hat. Ärgerlich ist die Lücke, die zahlreiche Reihen zwischen 1960 und 1966 aufweisen. Sie rührt daher, dass in den fortgeschrittenen 1960er Jahren ein Teil der aus den Einzelpositionen des Warenverzeichnisses zusammengestellten Aggregate ein weiteres Mal umdefiniert worden ist. Auf unsere diesbezügliche Anfrage hin hat sich Herr H. Baumann von der Eidgenössischen Oberzolldirektion die Mühe gemacht, für einzelne Waren homogenisierte Reihen zu konstruieren, indem er die in den Originalbänden der Aussenhandelsstatistik für die Jahre 1960–1966 ausgewiesenen Einzelpositionen unter Beachtung des seit 1967 gültigen Klassifikationsschemas zu neuen Aggregaten zusammenfügte. Seit 1960 finden sich in den Jahrespublikationen der Eidgenössischen Oberzolldirektion auch Tabellen, in denen auf der Importseite bei einer grösseren Anzahl von Warengruppen wert- und mengenmässig nach Warenart und Verwendungszweck unterschieden wird. Vor kurzem hat die Eidgenössische Zollverwaltung den nach diesen Kategorien aufgeschlüsselten Handelsverkehr mit dem Ausland unter Einbezug auch der Exporte für die Jahre 1970–1987 neu geschätzt, und zwar auf der Grundlage des Klassifikationsschemas vom 1. Januar 1988. Auch diese Schätzung ist von uns in die vorliegende Publikation integriert worden.

Länderstatistik für die Jahre 1892–1992

Bei der Länderstatistik fällt die mit Abstand wichtigste Zäsur auf den Jahreswechsel 1919/1920. Der Ausgang des Ersten Weltkrieges und das Inkrafttreten der Beschlüsse, welche die Siegermächte auf der Versailler Friedenskonferenz gefasst hatten, drückten den politischen Grenzen zahlreicher Länder in einem derartigen Ausmass ihren Stempel auf – man denke bloss an den Zusammenbruch der habsburgischen Doppelmonarchie, die Auflösung des Osmanischen Reiches, die Neugründung Polens auf zuvor von Deutschland, Russland und Österreich- Ungarn beanspruchtem Territorium und die Rückkehr des Elsass unter französische Souveränität –, dass wir uns dazu veranlasst gesehen haben, diesen welthistorischen Einschnitt in unserer tabellarischen Darstellung durch einen deutlichen Trennstrich zu markieren. Das heisst natürlich nicht, dass eine Gegenüberstellung des mengen- und wertmässigen Handelsverkehrs in den Jahren vor und nach dem Ersten Weltkrieg generell unzulässig wäre. Die politischen Grenzen von Ländern wie Schweden, Portugal und Australien wurden durch die Ereignisse der Jahre 1914–1919 ja nicht tangiert. In diesem Zusammenhang ist auch daran zu erinnern, dass die territorialen Umrisse der Schweiz seit bald zwei Jahrhunderten praktisch unverändert geblieben sind – weltgeschichtlich betrachtet ein Kuriosum, das der an Langzeitreihen interessierte Statistiker als unerhörten Glücksfall werten sollte.
Für den Zeitraum 1920–1992 weisen wir bei der Länderstatistik durchgehende Reihen aus. Wir ignorieren die Tatsache nicht, dass sich die Expansion des Faschismus in seinen verschiedenen Spielarten und der spätere Sieg der Alliierten über die Achsenmächte negativ auf die Kontinuität der Handelsstatistiken ausgewirkt hat. Doch sind die Grenzverschiebungen «unter dem Strich», d. h. im Vergleich der politischen Landkarten von 1945 und 1939, letztlich eben doch moderater ausgefallen als nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Im übrigen ist daran zu erinnern, dass nicht wenige Länder schon vor und erst recht nach 1945 Entwicklungen ausgesetzt waren, die territorial-politische Konsequenzen hatten und damit auch in der schweizerischen Aussenhandelsstatistik ihre Spuren hinterlassen haben. In ihrer überwiegenden Mehrzahl gehen diese Änderungen auf den Dekolonisationsprozess in der Dritten Welt zurück.
Die Reihenfolge, in der die einzelnen Staaten in unseren Tabellen aufgeführt sind, widerspiegelt bis zu einem gewissen Grad unsere Bemühungen, die intertemporale Vergleichbarkeit auch für jene Weltgegenden zu gewährleisten, wo territoriale Aufsplitterungen oder – seltener – Zusammenschlüsse der politischen Landkarte ein neues Gesicht verliehen haben. Aus dem gleichen Grund weisen wir neben dem Gesamttotal nach Kontinenten auch Werte für kleinere geographische Räume – Halbkontinente und Ländergruppen – aus, beispielsweise für Skandinavien, den Westen Südamerikas, das südliche Afrika und den Fernen Osten. Wir räumen ein, dass sich dabei auch einige Zuordnungen ergeben haben, die aus geographischen Gesichtspunkten anfechtbar sind. So erstreckt sich unsere Version von «Südeuropa» zwar auf den asiatischen Teil der Türkei, nicht aber auf den italienischen Stiefel, der statt dessen zusammen mit Frankreich, Deutschland und Österreich die Rubrik «Nachbarländer» bildet. Weil die schweizerische Aussenhandelsstatistik Finnland und die baltischen Länder zu Beginn der Zwischenkriegszeit noch nicht getrennt voneinander ausgewiesen und die Färöer-Inseln und Grönland bis vor kurzem zu Dänemark gerechnet hat, ist der von uns gewählte Begriff «Skandinavien» ziemlich weit gefasst. Mexiko interpretieren wir als dem zentralamerikanischen Subkontinent zugehörig, was im 19. Jahrhundert allgemein so gehandhabt wurde, seit 1906 aber nicht mehr der Auffassung der Eidgenössischen Zollverwaltung entspricht. «Portugiesisch Afrika» steht für die Gesamtheit der portugiesischen Besitzungen auf dem afrikanischen Kontinent inklusive die Kapverden (aber exklusiv die Azoren und Madeira), d. h. für ein während langer Zeit wohl politisch, nicht aber geographisch zusammenhängendes Gebiet. Und ein letztes Beispiel: Ob Afghanistan dem Nahen Osten zuzurechnen ist, dürfte zweifelhaft sein; da dieser Staat jedoch in der schweizerischen Handelsstatistik bis zum Jahr 1933 nur gemeinsam mit Kuweit, Irak und Iran aufgeführt wird, haben wir ihn nicht in der Ländergruppe «Mittlerer Osten» unterbringen können.

Warenstatistik nach den wichtigsten Ursprungs- und Verbrauchsländern für ausgewählte Jahre

Der letzte Teil dieses Kapitels ist der Entwicklung des Warenverkehrs nach Ländern gewidmet. Gestützt auf drei verschiedene Quellen, nämlich erstens auf die Originalbände der Aussenhandelsstatistik aus den Jahren 1892–1987 – die ihrerseits gleich in doppelter Hinsicht eine Quelle darstellen, indem sie bis zum Jahr 1938 neben den eigentlichen Detailnachweisen für grössere Warenaggregate auch Angaben zu den wichtigsten Herkunfts- und Bestimmungsländern enthalten – zweitens auf die zusammenfassenden Jahresberichte des Eidgenössischen Zolldepartementes aus den Jahren 1938–1992 und drittens schliesslich auf die Jahrgänge 1930–1958 des Statistischen Jahrbuchs der Schweiz, haben wir für bestimmte Jahre bei einer Reihe von Import- und Exportwaren die wichtigsten Ursprungs- und Verbrauchsländer ermittelt. Berücksichtigt worden sind von uns in erster Linie jene Waren, die in der Aussenhandelsstatistik wertmässig eine gewisse Rolle spielten. Da sich die strukturelle Zusammensetzung des schweizerischen Aussenhandels und mit ihr die Nomenklatur der Waren in den letzten 100 Jahren stark gewandelt hat, liess sich freilich nur bei ganz wenigen Produkten wie z. B. Rohkaffee und Käse die Verteilung der Importe bzw. der Exporte auf die wichtigsten Herkunfts- und Empfängerländer für den gesamten Zeitraum 1892–1992 rekonstruieren. Bei der Entscheidung, in welchen Jahren und bei welchen Waren eine Feinauswertung der schweizerischen Aussenhandelsstatistik vorgenommen werden sollte, mussten Quellenlage und Arbeitsaufwand bedacht werden. Das hat mit dazu geführt, dass der Schwerpunkt unserer nach Waren und Ländern gegliederten Statistik auf dem Zeitabschnitt 1910–1959 liegt, der uns der Grossen Depression und der beiden Weltkriege wegen allerdings auch besonders interessiert hat.

QUELLE: «Aussenhandel » in Ritzmann/Siegenthaler, Historische Statistik der Schweiz, Zürich: Chronos, 1996, 655-660


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